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Arzberg mit Exotenfaktor

Torgauer Zeitung vom 14. September 2010

von unserem Redakteur Sebastian Stöber

Torgau/Arzberg (TZ). Die Große Kreisstadt Torgau und die kleine Gemeinde Arzberg vertreten die Region in diesem Jahr beim Innenstadtwettbewerb „Ab in die Mitte!“ des Sächsischen Wirtschaftsministeriums. Torgau rückt das Projekt Jugendherberge Puschkinstraße in den Mittelpunkt der Bewerbung. Arzberg hofft auf einen Erfolg mit seinem auf Nachhaltigkeit angelegten Konzept für den altertümlichen Bauernhof in Kathewitz. Die Ostelbier gehen als einzige ländliche Gemeinde ins Rennen.


Bürgemeister Hartmut Krieg sieht in diesem Exotenfaktor zumindest einen kleinen Vorteil. Es sei tatsächlich etwas Besonderes, wenn kleine Gemeinden die Bewerbung stemmten, bestätigte Katja Mäder, Pressereferentin im SMWA auf TZ-Anfrage. Als mutmachendes Beispiel benannte sie das erzgebirgische Pfaffroda, das mit 2800 Einwohnern 2006 immerhin den Anerkennungspreis gewonnen habe. Insgesamt sind im Dresdener Ministerium 30 Wettbewerbsbeiträge unter dem diesjährigen Motto: „Treffpunkt Stadt – Leben und Verweilen“ eingegangen. Am 4. Oktober wird eine Jury die Preisträger küren. „Das Zentrum spiegelt immer Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft der Stadt wider“, so der Schirmherr des diesjährigen Wettbewerbs, Staatsminister Sven Morlok (FDP). Die Anpassung an anstehende Veränderungen sei deshalb eine Daueraufgabe für die Stadtentwicklung. Der Wettbewerb könne dafür wichtige Impulse geben, so der Minister.

 


 

Mehr noch als auf den Sieg, hofft der Torgauer Beigeordnete Osmar Brück auf eben diese Impulse. „Solche Wettbewerbe animieren dazu, Ideen zu entwickeln und in intensiven Kontakt mit den handelnden Akteuren zu treten“, erklärt er. Mit Ausnahme eines Jahres habe die Kreisstadt bislang jedes Mal am Wettbewerb teilgenommen. „Damit können wir auch nach außen hin dokumentieren, dass wir eine aktive Stadt sind.“ Mit einer modernen, städtisch geprägten Kultur-Jugendherberge will Torgau ein neues Gästeklientel anziehen. „Die Innenstadt erfährt dadurch eine weitere Nutzung der vielfältigen kulturellen und soziokulturellen Angebote der Stadt, Synergien zu Handel, Gastronomie und Dienstleistern entstehen, das Altstadtbild wird sich durch jugendliche Ausstrahlung und internationales Flair beleben, ein Ort zum längeren Verweilen, und dies nicht nur für einen Tag, entsteht“, wirbt das Wettbewerbskonzept der Stadt um die Sympathien der Jury.


Als selbsternannter Underdog will Arzberg die Sympathien auf seine Seite ziehen. „Wir haben viel Mühe in die Bewerbung investiert und ich denke, dass wir zumindest eine kleine Chance haben, weil sich sonst nur Städte bewerben“, so Bürgermeister Hartmut Krieg. Das Projekt Kathewitz sei ausgewählt worden, weil hier die Nachhaltigkeit und nicht eine schnell sichtbare Veränderung im Mittelpunkt stünden. Aus dem historischen Bauernhof soll ein Begegnungsort werden mit Museum und Raum für kulturelle Veranstaltungen. Die Jury entscheidet bereits am 4. Oktober über die Preisträger. Zur Abschlussveranstaltung am 25. Oktober im Rahmen der Euregia 2010 auf der Leipziger Messe werde diese dann bekanntgeben und zudem alle Teilnehmer auszeichnen.


 

14.09.2010