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Betr. LVZ – Artikel „Sperrmüll – Sammlung sorgt für Zündstoff“

Dieser Artikel hätte auch die Überschrift tragen können „Alle Jahre wieder“, nur das der Anlass nicht so ein gesegneter und fröhlicher ist.

Wie schon beschrieben ereilt die Kurstadt zweimal jährlich mit ziemlicher Sicherheit ein so genannter Müll- Zunami . Trotz dieser Misere scheint sich keiner dafür bereitzuerklären diesem Umstand Einhalt zu gebieten. Egal welche Umstände abfallrechtlich derzeit für die Stadt Bad Düben gelten, keinesfalls stehen sie aber im Einklang zu einem äußeren Erscheinungsbild einer Kurstadt. Und da Bad Düben den besonderen Status einer solchen Stadt besitzt, sollte man auch die gesetzlichen Möglichkeiten durchdiskutieren um diesen Status zu gerechtfertigen. Fälschlicherweise wurde in dieser Zeitung berichtet, dass die CDU/SPD – Fraktion vor zwei Jahren die Idee der zentralen Sammlung vorschlug. Dies ist so nicht richtig. Diesbezüglich gab es davor schon Vorschläge in dieser Richtung meinerseits, damals noch aus der Richtung der Freien Wählergemeinschaft. Während einer Stadtratssitzung urteilte der damalige Dezernent für Umwelt Herr Bernhardt Voll in jene Richtung, dass eine Umstellung von Straßensammlung auf zentrale Sammlung zu teuer für den Landkreis (in dem Fall der Abfallentsorgung zuständigen Behörde) sei.

Viele glaubten den Ausführungen des Dezernenten, wobei schon einfachste Überlegungen darüber zur Skepsis dieser Argumente anregen. Zudem gibt es doch augenscheinlich einige positive Aspekte, welche eine zentrale Sperrmüllsammlung gegenüber einer dezentralen Straßensammlung gegenüberstehen. Erstens ist es zum Beispiel nicht nachvollziehbar, dass ein zeitaufwendiges „Durchdiestadtgezuckel“ wirtschaftlicher und preisgünstiger sein soll als ein zentrales Anfahren eines Platzes.

Zweitens sollte in die Berechnungen die nachträglichen abrechenbaren Aufwendungen durch Reinigungsarbeiten nach den Sperrmüllhalden (Schalmweg, Eilenburger Straße, Hubschrauberlandeplatz etc.) des Bauhofes nicht außer acht gelassen werden, welche bei einer dezentralen Sammlung entstehen. Drittens würde auf einem zentralen Sammelplatz in Obhut einer Aufsichtperson so genannte kostenverursachende Fehlwürfe (Reifen, elektronische Geräte, Hausmüll etc.) entfallen, da diese nicht oder eventuell gegen Gebühr entgegengenommen werden können. Viertens können Fremdnutzer (transportierter Müll aus Sachsen- Anhalt, Gewerbetreibende) der zentralen Sammlung zu einem hohen Prozentsatz ausgeschlossen werden, eine Kostenentlastung ist die unabdingbare Folge. Fünftens ist die zentrale Sammlung keine neue Erfindung sondern wird in einigen umliegenden Gemeinden desselben Landkreises mit Erfolg praktiziert (Eilenburg, Delitzsch etc.). Eine weitere, attraktive Alternative wäre die Sammlung mittels Sperrmüllkarte, welche über einen Abfallkalender in jeden Haushalt gelangt. Mit dieser Karte hat der Entsorgende zweimal im Jahr die Möglichkeit seinen Sperrmüll, nach Terminabsprache mit dem Entsorger, von seiner Haustür abholen zu lassen. Dieses System wird unter anderem in unsere Heidepartnerstadt Bad Schmiedeberg mit Erfolg realisiert. Die Aussage von Frau Bürgermeisterin Münster „ Wir müssen ….zwei Wochen mit dem Müll leben“ (siehe LVZ) sollte doch möglich sein zu korrigieren. Mit gewisser Hartnäckigkeit zur Lösung des Sperrmüllproblems in unserer Kurstadt sollte ein Erfolg in greifbarer Nähe sein.


Raik Zenger , FDP- OV Bad Düben

10.11.2011