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Notstand bei Ausbildung

Oschatzer Allgemeine Zeitung vom 10. Dezember 2009


Kameraden der Freiwilligen Wehr Oschatz ärgern sich über Absagen von Landesfeuerwehrschule


von frank hörügel

Oschatz. Mit 55 aktiven Kameraden und neun Einsatzfahrzeugen ist die Freiwillige Feuerwehr Oschatz gut für Einsätze gerüstet. Doch das könnte sich bald ändern. Denn bei der Spezialausbildung von Kameraden an der Landesfeuerwehrschule in Nardt klemmt die Säge. „Das ist zurzeit unser Hauptproblem“, erläuterte Wehrleiter Lars Natzke den Stadträten zur jüngsten Sitzung des Verwaltungsausschusses. Für 2010 habe er Lehrgänge für 22 Kameraden an der Landesfeuerwehrschule Nardt bei Hoyerswerda beantragt, doch nur für zwei Kameraden seien Lehrgänge genehmigt worden. Seit etwa drei Jahre gebe es diese Probleme mit der Ausbildung. Bei einem relativ niedrigen Altersdurchschnitt der Oschatzer Löschkräfte von 32 Jahren gebe es einen hohen Ausbildungsbedarf. Natzke: „Wir haben Kameraden, die wollen, wir haben aber keine Lehrgänge.“ Die Folge: Für das Bedienen der Spezialtechnik, das in Nardt gelehrt wird, werden die Spezialisten rar.

Oberbürgermeister Andreas Kretschmar (parteilos) kennt die Sorgen der Löschkräfte: „An uns liegt es nicht. Als Stadt haben wir das Geld für die Ausbildung immer zur Verfügung gestellt – das ist ein Landesproblem. Über den Sächsischen Städte- und Gemeindetag haben wir uns deswegen bereits an das Innenministerium gewandt. Bei aller Sparsamkeit: Das geht so nicht.“

 

Die Landesfeuerwehrschule hat nach eigenen Angaben in diesem Jahr 350 Lehrgänge für 3200 Angehörige der Freiwilligen und Berufs-Feuerwehren angeboten und untersteht dem Innenministerium. Dessen Pressesprecher Frank Wend sagt zum Ausbildungsnotstand: „Das ist wirklich ärgerlich, aber wir haben derzeit Kapazitätsbeschränkungen.“ Nach seinen Angaben gibt es dafür zwei Gründe: Zum einen werde die Schule in Nardt derzeit umgebaut, um die Kapazität zu erhöhen. Während der Bauzeit, die noch etwa ein Jahr dauern werde, komme es zu Einschränkungen. Außerdem könnten wegen des Einstellungsstopps für die gesamte Landesregierung keine zusätzlichen Lehrkräfte eingestellt werden. Wend: „Wir arbeiten an der Verbesserung der Situation und führen intensive Gespräche mit der Landesfeuerwehrschule.“ Um die Situation zu entspannen, seien beispielsweise dezentrale Lehrgänge denkbar. Und durch die Umstrukturierung der Landesdirektionen könnte eventuell das Personal in Nardt aufgestockt werden.

Als Fraktionsvorsitzender der FDP im Stadtrat will Rainer Horbas politisch Druck machen, damit sich die Ausbildungssituation verbessert. Er bat deshalb Holger Zastrow, den Fraktionsvorsitzenden der Liberalen im Landtag, eine kleine Anfrage zur Feuerwehrausbildung an die Staatsregierung zu stellen. Am meisten interessiert Horbas dabei die Frage: „Wie wird die Landesregierung zukünftig eine bedarfsgerechte Ausbildung der freiwilligen Feuerwehren ermöglichen?“

25.01.2010