Oschatz: FDP will aktive Investorensuche
Oschatzer Allgemeine Zeitung vom 19. März 2009
Liberale stützen sich auf Empfehlungen des obersten Wirtschaftsförderers von Sachsen
Oschatz (FH). Mit ihrer Anfrage zur Wirtschaftsförderung der Stadt Oschatz hat die FDP-Fraktion den Stein ins Rollen gebracht, jetzt legen die Liberalen nach. Zur Stadtratssitzung Ende Februar hatte Oberbürgermeister Andreas Kretschmar (parteilos) auf Antrag der Liberalen die Wirtschaftsförderung der Stadt erläutert (wir berichteten). Kretschmar musste einräumen, dass in den vergangenen Jahren keine größere Neuansiedlung von Unternehmen gelungen ist.
Daraufhin erkundigte sich FDP-Fraktionschef Rainer Horbas beim obersten Wirtschaftsförderer des Freistaates Oliver Jörk nach seiner Einschätzung zur Ansiedlungspolitik der Stadt Oschatz. Die Antwort des Geschäftsführers der Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH liegt nun vor. „In den letzten Jahren sind lediglich vier Standortbesichtigungen von geneigten Investoren durchgeführt worden. Und kein einziger Investor war bereit, eine Ansiedlung vorzunehmen“, informiert FDP-Fraktionschef Horbas in einer Pressemitteilung über das Ergebnis.
Wirtschaftsförder Jörk führt mehrere Gründe an, warum es mit der Ansiedlung neuer Unternehmen in Oschatz nicht geklappt hat. Gegen Oschatz hätten sich potenzielle Investoren aus verschiedenen Gründen ausgesprochen, so Jörk. Dazu zählten die relativ große Entfernung zu den Ballungsräumen, zu den Flughäfen und zur Autobahn. Außerdem hätten die Interessenten bezweifelt, dass hier ausreichend Fachkräfte verfügbar seien.
Als Ausweg aus diesem Dilemma empfiehlt der Wirtschaftsförderer für Oschatz folgende Herangehensweise: Zuerst sollten Branchen definiert werden, für die oben genannte Standortnachteile nicht so stark ins Gewicht fallen. Für diese Zielgruppe sollten dann die Besonderheiten von Oschatz herausgearbeitet werden. Auf dieser Grundlage will die Wirtschaftsförderung dann gemeinsam mit der Stadt die in Frage kommenden Unternehmen auf Oschatz aufmerksam machen. „Parallel empfiehlt sich eine verstärkte Zusammenarbeit mit Unternehmen und Leistungsträgern der Region zur Identifizierung und gezielten Ansprache potenzieller Investoren, die in das regionale Gefüge passen“, so Jörk.
Diese Empfehlung fällt bei den Liberalen auf fruchtbaren Boden. „Die Wirtschaftsförderung Sachsen bestätigt unsere Auffassung, wonach seitens der Stadt – neben der Vermittlung durch die Wirtschaftsförderung Sachsen – eine eigenständige Akquise von Investoren erfolgen sollte“, so Fraktionschef Horbas.