Wie stellen Sie sich den neuen Trossiner Bürgermeister vor?
Torgauer Zeitung vom 24. Januar 2011
von unserem Redakteur Nico Wendt
Trossin (TZ/nw). Am 20. März soll nach der erfolgreichen Abwahl von Ines Pfundt ein neuer Bürgermeister in der Gemeinde Trossin gewählt werden. Nach den Querelen in der Vergangenheit fragte TZ nun in der Bevölkerung nach, welche Voraussetzungen das künftige Gemeindeoberhaupt mitbringen sollte:
Lutz Oschkinat, Roitzsch: Es sollte jemand sein, der Stil und den Blick fürs Wesentliche hat. Einer, der ausgleichend wirken und Brücken bauen kann. In Trossin ist es schwierig, weil mit der FWG ein Ein-Parteien-System vorherrscht. Der eine Vertreter der CDU geht im Stimmverhältnis völlig unter. Wir bräuchten eine politische Farbenvielfalt. Es hat sich gezeigt: wer Veränderungen anstrebt, steht schnell als Buhmann da. Ein Bürgermeister sollte wirtschaftliche Erfahrungen und Sozialkompetenz mitbringen und als Persönlichkeit überzeugen. Er darf nicht seine Privatinteressen verfolgen. Wir als FDP werden Anfang Februar eine Nominierungsveranstaltung durchführen. Ob ich kandidiere, will ich momentan nicht ausschließen.
Heidrun Schröter, Roitzsch: Um es gleich vorweg zu nehmen, ich hätte selber Interesse, weiß aber noch nicht, ob ich von meiner Partei – Die LINKE – nomiert werde. Der neue Bürgermeister sollte aufrichtig, objektiv und mit niemanden verbandelt sein. Er sollte auf Kosten-Nutzen-Analysen setzen, was zum Vorteil der Gemeinde ist und so viel wie möglich für die Infrastruktur der Orte tun. Die Turnhallensanierung in Trossin stünde für mich obenan. Den Weg, den Tilo Süptitz beschritten hat, würde ich im Großen und Ganzen auch gehen wollen: als Gemeinde so lange wie möglich eigenständig bleiben und so viel wie möglich erreichen.
Christfried Gebauer, Dahlenberg: Es müsste ein Bürgermeister für alle sein, egal aus welcher Fraktion. Er sollte ohne Vorurteile und ohne Befindlichkeiten agieren, auf die Bürger eingehen und – natürlich mit dem Rat gemeinsam – deren Probleme lösen. Es stehen natürlich noch die Differenzen mit Dommitzsch und das Abwasserproblem zur Klärung an. Wahrscheinlich wird der CDU-Ortsverband zu 99 Prozent niemanden mehr nominieren. Allerdings ist eine Versammlung erst Anfang Februar, wo wir endgültig darüber beraten wollen.
Ines Meyer, Roitzsch: Am besten wäre natürlich, wenn es Tilo Süptitz weitermacht. Der Neue müsste kompetent und dynamisch sein. Er müsste an die erfolgreiche Arbeit von Herrn Süptitz nahtlos anknüpfen können, dem es in kurzer Zeit gelungen ist, die Gemeindearbeit anzukurbeln und viel Versäumtes nachzuholen – Beispiel Fördermittel! Der Bürgermeister muss ein offenes Ohr für Vereine und Bürger haben. Es sollte niemanden mehr gelingen, die Einwohner im Vorfeld mit falschen Versprechungen zu ködern und zu täuschen.